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Auf der Kabarettbühne gibt Rolf Miller einen namenlosen Spießbürger,
selbstgefällig und besserwisserisch seine Halbweisheiten von sich
gebend. Stotternd, stammelnd ringt er ständig um die
richtigen Worte ("Man muß doch mal die Tatsache im Dorf
lassen"). Sinnentleerte Binsenweisheiten, Haar streubende
Metaphern und Redewendungen enden häufig im Nichts oder in
seinem meckernden Lachen ("Der Ausländer ist halt schon ein
Volk für sich").
Kurzum Rolf Miller
ist
wohl eine der
schrägsten und
originellsten Figuren in der aktuellen Kabarett- und Comedy-Szene.
Durch seine hanebüchenen Redewendungen
und verdrehten Wortfetzen lässt Rolf Miller die trivialsten kleinbürgerlichen Stamm- und
Kaffeetischthemen in einem völlig neuem Licht erscheinen
("Hier werden Objekte wie Frauen behandelt. Aber hier
behandelt doch niemand irgendjemand wie eine Frau.") Die Art und Weise
seiner
Darbietung erinnert an Gerhard Polt oder an den absurden
Wortakrobaten Karl Valentin, ohne diese nachahmen zu wollen.
Für sein Programm "Kein Grund zur
Veranlassung" hat er endlich den hoch angesehenen 'Deutschen
Kleinkunstpreis' 2006 erhalten. Die Jury lobt ihn als
einen "Wortkünstler, der (fälschlicherweise) den Eindruck
erweckt, nicht mit Worten umgehen zu können."
"Er weiss nicht, was er sagt, aber er meint es genau
so" charakterisierte
ihn Ottfried Fischer in 'Ottis Schlachthof'
treffend. |
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